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EuGH kippt Mindestvergütung von Architekten und Ingenieuren

„Bald kei­ne Min­dest­ver­gü­tun­gen für Archi­tek­ten und Inge­nieu­re mehr?“ war der Titel unse­res Blog­ar­ti­kels vom 07. Juni 2019. Heu­te, rund einen Monat spä­ter, kann aus dem Fra­ge­zei­chen ein Aus­ru­fe­zei­chen wer­den.

Mit Urteil vom heu­ti­gen Tage (EuGH, Urt. v. 04.07.2019, Az, C‑377/17) hat der Euro­päi­sche Gerichts­hof ent­schie­den, dass die deut­schen Rege­lun­gen der HOAI zu Min­dest- und Höchst­sät­zen für Archi­tek­ten und Inge­nieu­re mit dem EU-Recht unver­ein­bar sind.

Der Euro­päi­sche Gerichts­hof ist wie erwar­tet nicht der all­ge­mein gehal­te­nen Argu­men­ta­ti­on der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land gefolgt, die fes­te Preis­rah­men für Bau­qua­li­tät und Ver­brau­cher­schutz uner­läss­lich hält.

Das mehr als deut­li­che Urteil hat dar­über hin­aus auch die gesam­te Logik hin­ter dem Preis­recht der HOAI in Fra­ge gestellt. So heißt es im Urteil:

„Der Umstand jedoch, dass in Deutsch­land Pla­nungs­leis­tun­gen von Dienst­leis­tern erbracht wer­den kön­nen, die nicht ihre ent­spre­chen­de fach­li­che Eig­nung nach­ge­wie­sen haben, lässt im Hin­blick auf das mit den Min­dest­sät­zen ver­folg­te Ziel, eine hohe Qua­li­tät der Pla­nungs­leis­tun­gen zu erhal­ten, eine Inko­hä­renz in der deut­schen Rege­lung erken­nen.“

Ergo, wie­so sol­len Min­dest­ver­gü­tun­gen von Archi­tek­ten und Inge­nieu­re die Bau­qua­li­tät und die Ver­brau­cher schüt­zen, wenn auch Bau­trä­ger und Gene­ral­pla­ner oder fach­frem­des Per­so­nal Bau­ten pla­nen?

Die Ent­schei­dung des Euro­päi­schen Gerichts­ho­fes war zu erwar­ten. Wel­che Aus­wir­kun­gen die Ent­schei­dung in Zukunft hat, schrei­ben wir in einem der nächs­ten Blog-Bei­trä­ge.

Autor:

Rechts­an­walt

Den­nis Wie­gard

Düs­sel­dorf, den: 04.07.2019

Veröffentlicht in Baurecht